{"id":8791,"date":"2021-11-24T10:50:00","date_gmt":"2021-11-24T09:50:00","guid":{"rendered":"https:\/\/betterearth.partners\/?p=8791"},"modified":"2025-08-18T15:36:47","modified_gmt":"2025-08-18T13:36:47","slug":"zukunftsfaehiges-wirtschaften-braucht-entscheidungen-2","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/betterearth.partners\/de\/wissen\/zukunftsfaehiges-wirtschaften-braucht-entscheidungen-2\/","title":{"rendered":"Zukunftsf\u00e4higes Wirtschaften braucht Entscheidungen"},"content":{"rendered":"\n<h4 class=\"wp-block-heading\">Normativ, strategisch, operativ \u2013 die drei Entscheidungsebenen f\u00fcr eine erfolgreiche Nachhaltigkeitstransformation<\/h4>\n\n\n\n<p>Um ein klares Wort war der Mann aus Brooklyn nie verlegen: \u201eDie soziale Verantwortung eines Unternehmens ist die Gewinnmaximierung\u201c. So brachte der US-amerikanische Wirtschaftswissenschaftler und Nobelpreistr\u00e4ger Milton Friedman die Essenz der \u201eShareholder-Value\u201c-Maximierung vor gut 50 Jahren auf den Punkt.<a href=\"#_ftn1\"><sup>[1]<\/sup><\/a> Und fast alle folgten ihr, jahrzehntelang. Heute wirkt diese Sichtweise antiquiert und wird auch von der traditionellen Wirtschaftselite mittlerweile immer wieder kritisiert. Denn: Die \u201eShareholder-Value\u201c-Doktrin ist nicht mehr zukunftsf\u00e4hig, weil sie die sozial-\u00f6kologischen Probleme unserer Zeit ignoriert. Zukunftsf\u00e4higes Wirtschaften muss \u00f6kologisch sicher, sozial gerecht und profitabel sein. Und zwar gleichzeitig.<\/p>\n\n\n\n<div class=\"wp-block-image is-style-default\"><figure class=\"aligncenter size-large\"><img fetchpriority=\"high\" decoding=\"async\" width=\"1024\" height=\"576\" src=\"https:\/\/betterearth.partners\/wp-content\/uploads\/2021\/11\/Trafo_Zukunft-moeglich-1-2-1024x576.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-9310\" srcset=\"https:\/\/betterearth.partners\/wp-content\/uploads\/2021\/11\/Trafo_Zukunft-moeglich-1-2-1024x576.jpg 1024w, https:\/\/betterearth.partners\/wp-content\/uploads\/2021\/11\/Trafo_Zukunft-moeglich-1-2-300x169.jpg 300w, https:\/\/betterearth.partners\/wp-content\/uploads\/2021\/11\/Trafo_Zukunft-moeglich-1-2-768x432.jpg 768w, https:\/\/betterearth.partners\/wp-content\/uploads\/2021\/11\/Trafo_Zukunft-moeglich-1-2-18x10.jpg 18w, https:\/\/betterearth.partners\/wp-content\/uploads\/2021\/11\/Trafo_Zukunft-moeglich-1-2.jpg 1280w\" sizes=\"(max-width: 1024px) 100vw, 1024px\" \/><figcaption>Eine \u00f6kologisch sichere, sozial gerechte und profitable Zukunftswirtschaft ist m\u00f6glich.<\/figcaption><\/figure><\/div>\n\n\n\n<h4 class=\"wp-block-heading\">Stakeholder-Value ersetzt Shareholder-Value. Aber ein echter Paradigmenwechsel steht noch aus<\/h4>\n\n\n\n<p>Auch in den obersten Konzernetagen hat das Umdenken begonnen: 2019 hat sich der \u201eBusiness Roundtable\u201c (BRT), ein Zusammenschluss von rund 200 f\u00fchrenden multinationalen US-amerikanischen Unternehmen, in einem Statement<a href=\"#_ftn2\"><sup>[2]<\/sup><\/a> s\u00e4mtlicher CEOs von Friedmans ausschlie\u00dflicher Fokussierung auf die Anteilseigner abgewandt. Ziel eines Unternehmens sei demnach vielmehr die langfristig orientierte Wertsch\u00f6pfung f\u00fcr alle Anspruchsgruppen (\u201eStakeholder\u201c): von Angestellten \u00fcber Lieferanten bis zu den lokalen Gemeinschaften, in denen sie aktiv sind. Damit wird der Betrachtungshorizont von Unternehmen langfristiger und vielschichtiger. Die CEOs akzeptieren, dass es kurzfristig zu Konflikten zwischen den Interessen der \u201eShareholder\u201c und anderer Anspruchsgruppen kommen k\u00f6nne. Langfristig sei aber die Ber\u00fccksichtigung der Interessen weiterer Anspruchsgruppen auch im Interesse der Anteilseiger:innen.<a href=\"#_ftn3\"><sup>[3]<\/sup><\/a> Damit ist klar: ein echter Paradigmenwechsel war das nicht. Denn die Interessen von Angestellten, Lieferanten und anderen Anspruchsgruppen werden vor allem dann ber\u00fccksichtigt, wenn sich dies \u2013 zumindest langfristig \u2013 f\u00fcr die Anteilseigner auch monet\u00e4r auszahlt. Dass sich diese neu austarierte \u201eStakeholder-Value\u201c-Orientierung tats\u00e4chlich f\u00fcr Anteilseigner:innen auszahlt, wird regelm\u00e4\u00dfig mit dem Verweis auf die positive Korrelation zwischen ESG<a href=\"#_ftn4\"><sup>[4]<\/sup><\/a>-Performance, also der sozial-\u00f6kologischen Leistung eines Unternehmens, und der B\u00f6rsenkursentwicklung unterstrichen.<a href=\"#_ftn5\"><sup>[5]<\/sup><\/a><\/p>\n\n\n\n<h4 class=\"wp-block-heading\">\u201eBest-in-future\u201c statt \u201eBest-in-class\u201c<\/h4>\n\n\n\n<p>Doch auch wenn die \u201eStakeholder-Value\u201c-Orientierung den Zeitgeist trifft und Applaus von vielen Seiten erh\u00e4lt \u2013 sie ist trotzdem falsch. Zumindest ist diese Orientierung unzureichend f\u00fcr Unternehmen, die sich an unverhandelbaren ethisch-sozialen Normen orientieren und innerhalb der planetaren Grenzen profitabel wirtschaften wollen. Die Hauptschw\u00e4che der vom BRT propagierten Ausrichtung ist die relative Orientierung ohne absolute Ziele. Fast alle ESG-Ratings und Rankings haben den gleichen Mangel: F\u00fchrende Unternehmen sind zwar besser als die Konkurrenz und vielleicht sogar \u201ebest in class\u201c, aber das sagt noch l\u00e4ngst nichts dar\u00fcber aus, ob sie auch im Sinne des heute \u00f6kologisch und sozial Notwendigen richtig handeln. Sie sind eben nur \u201ebesser\u201c als andere Unternehmen. Nicht mehr. Ob sie mit ihrem Wirtschaften dem Erhalt des Planeten dienen, kann eine Topplatzierung in diesen Rankings nicht beantworten.<\/p>\n\n\n\n<h4 class=\"wp-block-heading\">Absolute statt relative Zielwerte und wissenschaftsbasierte Transformationspfade<\/h4>\n\n\n\n<p>Den Bewertungen fehlt, was wir f\u00fcr die vor uns liegende Nachhaltigkeitstransformation kompromisslos und dringend brauchen: Absolute und keine relativen Zielwerte sowie Transformationspfade zur Erreichung dieser Zielwerte. Die Zielmarkierungen lassen sich aus wissenschaftsbasierten Erkenntnissen \u00fcber die planetaren Grenzen ableiten, aus denen sich wiederum entsprechende Ressourcen-Budgets und \u00dcbergangspfade dorthin f\u00fcr Unternehmen, Sektoren und L\u00e4nder errechnen lassen. Beispiel CO<sub>2<\/sub>: Bis zum Erreichen des 1,5-Grad-Kipppunktes, bis zu dem der Klimawandel noch beherrschbar w\u00e4re, gibt es derzeit laut Weltklimarat IPCC noch ein globales Restbudget von 420 Gigatonnen CO<sub>2<\/sub><a href=\"#_ftn6\"><sup>[6]<\/sup><\/a>. Bei unserem aktuellen Aussto\u00df w\u00e4re dieses Budget in zehn Jahren aufgebraucht. Was ist also notwendig? Ausgehend von diesem Restbudget kann festgelegt werden, wieviel CO<sub>2<\/sub> bis wann von welchem Akteur noch ausgesto\u00dfen werden darf und wann die Klimaneutralit\u00e4t erreicht sein muss. Analoge Ziele und Pfade lassen sich auch f\u00fcr alle anderen planetaren Grenzen \u2013 von Frischwasser bis Biodiversit\u00e4t \u2013 festlegen. Und mit diesen absoluten wissenschaftsbasierten Zielen und Pfaden muss in Zukunft gewirtschaftet werden. Das gilt nicht nur f\u00fcr die \u00f6kologische Dimension. Zielpunkt f\u00fcr eine sozial gerechte Nachhaltigkeitstransformation sind die unverhandelbaren, ethischen Normen wie die Menschenrechte.<\/p>\n\n\n\n<h4 class=\"wp-block-heading\">Warum die Orientierung an gesetzlichen Vorgaben zu wenig ist<\/h4>\n\n\n\n<p>Diese Herangehensweise, verankert in absoluten Zielwerten und \u00dcbergangspfaden, ist f\u00fcr Unternehmen im Nachhaltigkeitsbereich noch neu und anspruchsvoll. Schon die Langfristigkeit und Perspektivenerweiterung auf andere Anspruchsgruppen mit der \u201eStakeholder-Value\u201c-Orientierung stellt sich f\u00fcr b\u00f6rsennotierte Aktiengesellschaften als herausfordernd dar \u2013 schlie\u00dflich muss prim\u00e4r das Jahresergebnis stimmen und alle drei Monate \u00fcber den finanziellen Fortschritt berichtet werden. Muss man also nach dem Gesetzgeber und einer entsprechenden Steuerung rufen? Friedman hatte in diesem Sinne argumentiert, da der Gesetzgeber schlie\u00dflich die Meinung der Bev\u00f6lkerungsmehrheit abbilde und Unternehmen in diesem Rahmen dann ja automatisch den \u201eShareholder-Value\u201c und auch \u201eStakeholder-Value\u201c maximieren k\u00f6nnten. Das Problem ist nur, dass weder aktuelle noch geplante Gesetzgebung im Einklang mit den planetaren Grenzen stehen. Und auch grundlegende Menschenrechte sind bislang nicht in allen Weltgegenden gesetzlich gesch\u00fctzt. Die politischen Rahmenbedingungen hinken de facto hinterher. Und viele Unternehmen engagieren sich schon heute mehr im breiten Bereich der Nachhaltigkeit als sie aus \u201eCompliance\u201c-Anforderungen heraus notwendig m\u00fcssten \u2013 aber eben regelm\u00e4\u00dfig noch nicht orientiert an absoluten Zielwerten.<\/p>\n\n\n\n<h4 class=\"wp-block-heading\">Ein ganzheitlicher Paradigmenwechsel funktioniert mithilfe von Entscheidungen auf drei Ebenen<\/h4>\n\n\n\n<p>Wer als Unternehmer:in wirklich effektiv innerhalb der planetaren Grenzen wirtschaften und die Bed\u00fcrfnisse aller achten m\u00f6chte, muss heute also regelm\u00e4\u00dfig \u00fcber geltendes und zu erwartendes Recht hinausgehen. Bei Klimazielen passiert dies zum Teil bereits. \u00dcber 1.000 Unternehmen haben sich freiwillig zu wissenschaftsbasierten Klimazielen verpflichtet und gehen damit bereits heute \u00fcber geltendes Recht hinaus<a href=\"#_ftn7\"><sup>[7]<\/sup><\/a>. Doch f\u00fcr ein Wirtschaften, das s\u00e4mtliche planetare Grenzen und die Universalit\u00e4t der Menschenrechte weltweit ernst nimmt, geht es um eine ganzheitliche Betrachtung und nicht nur Teilbereiche wie das Klima. Daf\u00fcr ist ein Paradigmenwechsel notwendig mit grundlegend anderen Entscheidungen: auf normativer, strategischer und operativer Ebene.<\/p>\n\n\n\n<div class=\"wp-block-image is-style-default\"><figure class=\"aligncenter size-large\"><img decoding=\"async\" width=\"1024\" height=\"576\" src=\"https:\/\/betterearth.partners\/wp-content\/uploads\/2021\/11\/Trafo_Zukunft-moeglich-2-1-1024x576.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-9311\" srcset=\"https:\/\/betterearth.partners\/wp-content\/uploads\/2021\/11\/Trafo_Zukunft-moeglich-2-1-1024x576.jpg 1024w, https:\/\/betterearth.partners\/wp-content\/uploads\/2021\/11\/Trafo_Zukunft-moeglich-2-1-300x169.jpg 300w, https:\/\/betterearth.partners\/wp-content\/uploads\/2021\/11\/Trafo_Zukunft-moeglich-2-1-768x432.jpg 768w, https:\/\/betterearth.partners\/wp-content\/uploads\/2021\/11\/Trafo_Zukunft-moeglich-2-1-18x10.jpg 18w, https:\/\/betterearth.partners\/wp-content\/uploads\/2021\/11\/Trafo_Zukunft-moeglich-2-1.jpg 1280w\" sizes=\"(max-width: 1024px) 100vw, 1024px\" \/><figcaption>Entscheidungen entlang der drei Ebenen: normativ, strategisch, operativ.<\/figcaption><\/figure><\/div>\n\n\n\n<h4 class=\"wp-block-heading\">\u201eImpact First\u201c Unternehmertum als normative Haltung integrieren <\/h4>\n\n\n\n<p>Am Anfang steht f\u00fcr jedes Unternehmen eine wegweisende neue Ausrichtung, eine grundlegende normative Entscheidung. Die zugespitzte Frage ist, der sich jede und jeder stellen muss: Geht es prim\u00e4r um eine kurz- bzw. langfristige Maximierung der Wertsch\u00f6pfung f\u00fcr die Anteilseigner:innen \u2013 oder bieten die planetaren Grenzen und ethischen Normen die prim\u00e4re Orientierung? An ihrer Beantwortung kommt niemand vorbei. Bekennt man sich zu letzterem, muss nat\u00fcrlich dann die Frage beantwortet werden, wie innerhalb der Grenzen und Normen profitabel gewirtschaftet werden kann. Aber eben erst in einem zweiten Schritt.<\/p>\n\n\n\n<p>Wir nennen diese <strong>normative Haltung<\/strong> \u201eImpact-First\u201c-Unternehmertum. Sie ist ungewohnt und unbequem, viele halten sie f\u00fcr weltfremd. Gleichwohl bietet sie unsch\u00e4tzbare Vorteile:<\/p>\n\n\n\n<ul class=\"wp-block-list\"><li>\u201eImpact-First\u201c-Unternehmen entwickeln ein faktenbasiertes Verst\u00e4ndnis f\u00fcr ihre Wirkung auf alle relevanten Naturdimensionen, von Klima \u00fcber Frischwasser bis zu Biodiversit\u00e4t.<\/li><li>\u201eImpact-First\u201c-Unternehmen leiten auf Basis wissenschaftsevidenter Erkenntnisse und Budgets eine Zielmarke und daraus resultierend einen \u00dcbergangspfad her, der im Einklang mit den planetaren Grenzen steht. Es wird ein Weg von der aktuellen Schadwirkung bis zum regenerativen Unternehmen beschrieben, das der Umwelt nicht mehr nur nicht schadet, sondern sie in ihrer Regeneration sogar unterst\u00fctzt.<\/li><li>\u201eImpact-First\u201c-Unternehmen legen ein eigenes Verst\u00e4ndnis f\u00fcr unverr\u00fcckbare ethische Normen und Werte fest, von grundlegenden Menschenrechten \u00fcber faire Bezahlung bis zu einem vertrauensbasierten und prosozialen Menschenbild.<\/li><\/ul>\n\n\n\n<p>Im Ergebnis handeln \u201eImpact-First\u201c-Unternehmen besonnen und vorausschauend, sind nicht l\u00e4nger getrieben vom n\u00e4chsten rein finanziellen Quartalsbericht, von der \u00f6ffentlichen Meinung oder von zu erwartender Gesetzgebung. Unternehmen wird so enormer Druck genommen, das Arbeiten wird angenehmer, vielleicht sogar freudvoller, sicher aber sinnvoller. Und gleichzeitig kann der Beweis f\u00fcr die Zukunftsf\u00e4higkeit des Unternehmens erbracht werden, dass also profitables Wirtschaften im Einklang mit den planetaren Grenzen und ethischen Normen bereits heute auf relevanten und glaubw\u00fcrdigen \u00dcbergangspfaden m\u00f6glich ist.<\/p>\n\n\n\n<p>Wichtig f\u00fcr diese neue Haltung ist ein kleiner, aber radikaler Paradigmenwechsel: Profit<em>maximierung<\/em> um jeden Preis \u2013 nein! Profit<em>generierung<\/em> \u2013 absolut!<\/p>\n\n\n\n<h4 class=\"wp-block-heading\">Normative Haltung strategisch und operativ umsetzen<\/h4>\n\n\n\n<p>Ist diese normative Entscheidung als neue Orientierung im Unternehmen gef\u00e4llt, muss sie in einem zweiten Schritt in folgende <strong>strategische Ausrichtungsentscheidungen<\/strong> entlang wichtiger Fragen \u00fcbersetzt werden:<\/p>\n\n\n\n<ul class=\"wp-block-list\"><li>Wie ist die Eigentums- und Finanzierungsstruktur? Welche Erwartungen haben die Anteilseigner:innen und Investor:innen etwa bez\u00fcglich von kurz- und langfristigen Gewinnaussch\u00fcttungen?<\/li><li>Was ist das Zielbild f\u00fcrs Unternehmen und wie k\u00f6nnen die relevanten sozial-\u00f6kologischen Priorit\u00e4ten in Langfristziele, Meilensteine und \u00dcbergangspfade \u00fcbersetzt werden?<\/li><li>Was sind zuk\u00fcnftig attraktive Gesch\u00e4ftsmodelle und wie muss dann Innovation aufgesetzt, aber auch das aktuelle Produkt- und Serviceportfolio transformiert sowie Wertsch\u00f6pfungskette und Partner\u00f6kosystem entwickelt werden?<\/li><\/ul>\n\n\n\n<p>Damit diese strategische Ausrichtung im Tagegesch\u00e4ft schlie\u00dflich drittens auch wirksam werden kann, sind entsprechende <strong>operative Entscheidungen<\/strong> als Basis der t\u00e4glichen Arbeit und Entscheidungen n\u00f6tig, und zwar in folgenden Bereichen:<\/p>\n\n\n\n<ul class=\"wp-block-list\"><li>Nichtfinanzielle Metriken (Stichwort \u201eKPIs<a href=\"#_ftn8\"><sup>[8]<\/sup><\/a>\u201c) und Entscheidungsregeln, um die sozial-\u00f6kologischen Langfristziele und \u00dcbergangspfade in operativen Entscheidungen zu ber\u00fccksichtigen.<\/li><li>Governance-, Organisationsstrukturen und Kompetenzen f\u00fcr ein unterst\u00fctzendes Umfeld.<\/li><li>Technologienutzung f\u00fcr die Bereitstellung von Daten und die Erm\u00f6glichung neuer Formen der Zusammenarbeit und Kooperation.<\/li><li>Praktische Hilfestellung f\u00fcr besonders relevante Fachfunktionen, beispielsweise f\u00fcr den Einkauf bei der Bewertung von Einkaufalternativen, oder in der Produktion bei der Bewertung von Investitionsvorhaben.<\/li><\/ul>\n\n\n\n<h4 class=\"wp-block-heading\">Profitables Wachstum unter Achtung von Mensch und Natur<\/h4>\n\n\n\n<p>Friedmans Diktum und Jahrzehnte traditioneller Corporate-Sustainability-Bem\u00fchungen haben uns dorthin gebracht, wo wir heute stehen: Auf der Haben-Seite ein nie dagewesener Wohlstand f\u00fcr viele Menschen \u2013 auf der Soll-Seite jedoch wichtige \u00d6kosysteme nah am Kollaps oder bereits au\u00dferhalb der sicheren Belastungsgrenzen, sowie Milliarden von Menschen, deren grundlegende Menschenrechte t\u00e4glich verletzt werden.<\/p>\n\n\n\n<p>Um es ganz klar zu sagen: Wer sich normativ f\u00fcr die Einhaltung planetarer Grenzen und ethischer Normen entscheidet, der entscheidet sich nicht gegen profitables Wachstum. Er oder sie verschiebt lediglich die Priorit\u00e4ten. Profitmaximierung darf heute nicht mehr die Missachtung grundlegender Menschenrechte oder die Naturzerst\u00f6rung rechtfertigen. Vielmehr erfolgt Gewinnerwirtschaftung unter der Voraussetzung, dass Mensch und Natur geachtet werden. So bauen wir gemeinsam die Zukunftswirtschaft, die f\u00fcr alle gut ist. Was k\u00f6nnte mehr Freude machen? Legen wir los!<\/p>\n\n\n\n<p><em>Katharina Beck und Philipp Buddemeier<\/em><\/p>\n\n\n\n<p><em>Die Autor:innen haben das Konzept der drei Entscheidungsebenen f\u00fcr zukunftsf\u00e4higes Wirtschaften als Ergebnis ihrer 30-j\u00e4hrigen Nachhaltigkeitserfahrung und -beratung bei global agierenden Unternehmensberatungen und Pionier*innen entwickelt. Das Konzept ist Grundlage f\u00fcr ein gemeinsames Buch, das im Herbst 2022 erscheinen wird. Darin werden zus\u00e4tzlich auch der Transformationspfad und viele Beispiele von Pionier*innen vorgestellt.<\/em><\/p>\n\n\n\n<hr class=\"wp-block-separator\"\/>\n\n\n\n<p id=\"_ftn1\">[1] Milton Friedman, A Friedman Doctrine &#8211; The Social Responsibility of Business is to increase its profits, 1970, <a href=\"https:\/\/www.nytimes.com\/1970\/09\/13\/archives\/a-friedman-doctrine-the-social-responsibility-of-business-is-to.html\">Link<\/a> (zuletzt aufgerufen am 20.09.2021)<\/p>\n\n\n\n<p id=\"_ftn2\">[2] Business Round Table, Statement on the Purpose of a Corporation, 2021, <a href=\"https:\/\/s3.amazonaws.com\/brt.org\/BRT-StatementonthePurposeofaCorporationJuly2021.pdf\">Link<\/a> (zuletzt aufgerufen am 20.09.2021)<\/p>\n\n\n\n<p id=\"_ftn3\">[3] Business Round Table, Business Round Table Statement On The Purpose Of A Corporation &#8211; Two Year Anniversary, 2021, <a href=\"https:\/\/www.businessroundtable.org\/purposeanniversary\">Link<\/a> (zuletzt aufgerufen am 20.09.2021)<\/p>\n\n\n\n<p id=\"_ftn4\">[4]ESG = Environmental, Social, Governance. Das in der Finanzwelt genutzte Akronym f\u00fcr nachhaltiges Wirtschaften<\/p>\n\n\n\n<p id=\"_ftn5\">[5] Gordon L. Clark, Andreas Feiner, Michael Viehs, From the Stockholder to the Stakeholder: How Sustainability Can Drive Financial Outperformance, 2015, <a href=\"https:\/\/papers.ssrn.com\/sol3\/papers.cfm?abstract_id=2508281\">Link<\/a> (zuletzt aufgerufen am 20.09.2021)<\/p>\n\n\n\n<p id=\"_ftn6\">[6] Intergovernmental Panel On Climate Change (IPCC), Social Report: Global Warming of 1.5\u00b0 &#8211; Mitigation pathways compatible with 1.5\u00b0 in the context of sustainable development, 2021, <a href=\"https:\/\/www.ipcc.ch\/sr15\/\">Link<\/a> (zuletzt aufgerufen am 20.09.2021)<\/p>\n\n\n\n<p id=\"_ftn7\">[7] Science Based Targets Network, Science Based Targets &#8211; How it works, 2021, <a href=\"https:\/\/sciencebasedtargets.org\/how-it-works\">Link<\/a> (zuletzt aufgerufen am 20.09.2021)<\/p>\n\n\n\n<p id=\"_ftn8\">[8] KPIs = Key Performance Indicators. Indikatoren, nach denen eine Unternehmen gemessen und gesteuert wird<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Normativ, strategisch, operativ \u2013 die drei Entscheidungsebenen f\u00fcr eine erfolgreiche Nachhaltigkeitstransformation\u2026<\/p>\n","protected":false},"author":8,"featured_media":8306,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":true,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[24],"tags":[33],"class_list":["post-8791","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","hentry","category-better-earth-perspektiven","tag-en-translated"],"yoast_head":"<!-- This site is optimized with the Yoast SEO plugin v26.9 - https:\/\/yoast.com\/product\/yoast-seo-wordpress\/ -->\n<title>Zukunftsf\u00e4higes Wirtschaften braucht Entscheidungen - Better Earth<\/title>\n<meta name=\"robots\" content=\"index, follow, max-snippet:-1, max-image-preview:large, max-video-preview:-1\" \/>\n<link rel=\"canonical\" href=\"https:\/\/betterearth.partners\/de\/wissen\/zukunftsfaehiges-wirtschaften-braucht-entscheidungen-2\/\" \/>\n<meta property=\"og:locale\" content=\"de_DE\" \/>\n<meta property=\"og:type\" content=\"article\" \/>\n<meta property=\"og:title\" content=\"Zukunftsf\u00e4higes Wirtschaften braucht Entscheidungen - 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